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Aktuelles

   Neuerscheinung
   Okt. 2017

Herbst 2017
Die schwedische Autorin Rose Lagercrantz unternahm im November eine Lesereise nach Oldenburg, Wildeshausen und Jever. Am 14. November las sie im Historischen Rathaus von Wildeshausen aus "Wenn es einen noch gibt", und am 15. November um 19.30 aus demselben Buch im Schloss von Jever. Es war zauberhaft! Allen Beteiligten innigen Dank! Über WENN ES EINEN NOCH GIBT von ROSE LAGERCRANTZ sagte Sylvia Schwab im Hessischen Rundfunk: "Das ,Requiem für eine entschwundene Familie' ist nicht durchweg in Moll. Die Gemütslage ist sogar überwiegend in Dur ... Es geht um eine ganz große, bunte Familie mit schwindelerregenden Überlebensgeschichten, voller Mut, voller Schlauheit auch, voller Chuzpe und voller glücklicher Zufälle ... Rose Lagercrantz' Sprache ist abwechslungsreich: Die eigene Kindheitsgeschichte ist voller intensiver Bilder, voller poetischer Augenblicke; wenn sie von der Beziehung mit der Mutter erzählt, ist ihre Perspektive eher analytisch, psychologisch; und wenn sie die Geschichte der vielen Toten erzählt, die es eben auch gegeben hat, dann wird ihre Sprache ganz sachlich, zurückhaltend, fast spröde. Man spürt dann immer wieder auch die Wehmut durch, aber niemals wird dieser Ton dann sentimental oder pathetisch. Und das ist das ganz Besondere an diesem Buch: Der Grundton ist positiv ... Aus dem Zwang zu fragen, zu forschen und eben auch zu erzählen, entwickelt sich die Frage, wie man überhaupt schreiben kann über den Holocaust. Und da sind wir dann an einem Punkt angekommen, wo dieses bescheidene kleine Buch die ganz großen Fragen der Literatur aufnimmt."
Rachid Benzines Roman "Der Zorn der Feiglinge" wurde im MANNHEIMER MORGEN besprochen: "Es stehen sich zwei Welten frontal gegenüber, das Archaische, repräsentiert vom Dunkelfeld mörderischer Konfessionen, und die Moderne, die Kritik und Zweifel am Glauben zulässt Benzines Blick kennt nicht nur Schwarz und Weiß. Nuanciert veranschaulicht er in diesem lesenswerten Briefroman das komplexe Ineinandergreifen dieser Welten", schreibt Maria Hero. "Und wenn es ein Roman wäre, der das Dschihadistendrama vom Anfang des 21. Jahrhunderts am besten erhellt?",fragt Anne-Bénédicte Hoffner in der Zeitschrift La Croix. "Warum entscheiden sich junge Frauen und Männer, die in meinem Land geboren und aus meiner Kultur hervorgegangen sind, in den Krieg zu ziehen, um im Namen Gottes, der auch mein Gott ist, zu töten?" Diese Frage treibt Benzine um, und das Pariser Bataclan-Attentat vom November 2015 gab den letzten Anstoß zu diesem Buch. "Man kann den IS zerstören, aber sein Diskurs ist eine radioaktive Wolke, die sich ausbreiten wird. Europa hat vergessen, was für ein Zündstoff religiöse Kraft sein kann. Diese jungen Leute fühlen sich von einer Umwälzung angezogen, bei der sie die Akteure sind. Das führt uns zu uns selbst zurück: Was bieten wir der Jugend?" (Aus einem Interview) Sehen Sie HIER einen Ausschnitt aus der in Liège aufgeführten szenischen Lesung vom Januar 2016.

Der russische Autor und Bühnenbildner Eduard Kotschergin, dessen Erzählband DIE ENGELSPUPPE im persona verlag erschien, wird von der Petersburger Eremitage mit einer Ausstellung gewürdigt. Herzlichsten Glückwunsch!
Aufgrund der großen Nachfrage bereiten wir die zweite Auflage von Hazel Rosenstrauchs Essyband JUDEN NARREN DEUTSCHE vor. Am 20. September sendete Deutschlandfunk Kultur um 9.05 ein Gespräch mit Hazel Rosenstrauch, u.a. über dieses Buch JUDEN NARREN DEUTSCHE. Kann man auch NACHHÖREN! Aufgrund der großen Nachfrage bereiten wir eine zweite, verbesserte Auflage vor, die ab Anfang Dezember lieferbar sein wird. Das ideale Weihnachtsgeschenk für kühne Geister!


Über Hansgünther Heymes Erinnerungsbuch STURM. SPLITTER schrieb Christoph Klimke in der Rhein-Neckar-Zeitung: "Launige Anekdoten hinterlässt der Sprachfanatiker des deutschen Theaters nicht. Er schreibt vielmehr genau und schonungslos auf, wer und was ihn in seinem Leben bewegt. Privates und Berufliches gehen bei diesem Bühnensolisten ineinander über. Schon die Dramaturgie von Sturm.Splitter ist besonders: Vor den Proben des wohl größten Shakespeare-Dramas mit deutschen und bulgarischen Laien in Mannheim schreibt Heyme sich Tag für Tag ein Stück seines langen Lebens her. Von Text zu Text lässt er sich von Zitaten aus dem Sturm inspirieren, die so unchronologisch folgen wie eben die Erinnerungen des Regisseurs. (...) Seine Erinnerungssplitter führen den Leser in Kriegszeiten, das Nachkriegsdeutschland, zu den Ängsten des Kindes, den Entbehrungen der jungen Familie Heyme bis in zu den Stationen seiner Karriere von Stück zu Stück und Bühne zu Bühne mit den jeweiligen Intendanten, Schauspielerinnen und Schauspielern, ja, auch von Hund zu Hund und von Ehe zu Ehe, Scheidungen dementsprechend inklusive. (...) Viel gibt er zurück in diesem langen Theaterleben zwischen Liebe und Niederlagen, Verwerfungen und existentiellen Sorgen, der immerwährenden Suche nach der besten Umsetzung all der Theaterstücke, dem Scheitern und Erfolg. (...) Antike Mythen oder Shakespeares Luftgeister verfolgen ihn bis nach Hause und in die Träume hinein. Der in die Arbeit Vernarrte muss im besten Sinne ein Narr sein zwischen Verpflichtung und Freiheit. Darin liegt die Kraft von Sturm.Splitter. Als nähme der Verfasser des Sturm seinen Regisseur an die Hand, führt er ihn in die politischen, künstlerischen und persönlichen Szenen von Nazi-Deutschland bis heute. So entsteht ein Stück aus kleinen Splittern und aus Glück und Unglück. Und natürlich gilt auch für einen Hansgünther Heyme, was Shakespeares Prospero zu seiner Tochter Miranda sagt: ,Wir sind solcher Zeug, woraus Träume gemacht werden.'"

Kirsti Palttos ZEICHEN DER ZERSTÖRUNG, der klassische Roman Lapplands, ist nun auch als E-Book erhältlich!

Der algerische Autor Kamel Daoud erhielt den französischen Jean-Luc-Lagardère-Preis als bester Journalist des Jahres 2015. Glückwunsch! In der NEW YORK TIMES ist ein großes Porträt über KAMEL DAOUD erschienen. Und im Wiener STANDARD.

Apropos Zensur und Gotteslästerung: 1935 fand im austrofaschistischen Österreich ein Zensurprozess statt. Gegenstand war der Roman Lili Körbers DIE EHE DER RUTH GOMPERTZ, das eines der ersten Bücher gegen Hitler überhaupt war. Die erste Auflage erschien 1934 beim Buchhändler Richard Lányi in Wien, da sich kein "richtiger" Verlag getraut hatte, dieses aktuelle Buch zu verlegen. Der Originaltitel lautete: "Eine Jüdin erlebt das neue Deutschland". Zur zweiten Auflage kam es wegen des Prozesses dann nur in der Schweiz. Richard Lányi wurde 1938 seiner Buchhandlung beraubt und 1942 in Auschwitz umgebracht. Die Autorin hatte sich in die USA retten können.

Walter Mehrings Artikel aus der Zeit des Exils fnden Sie hier: DAS MITTERNACHTSTAGEBUCH.

Aus Anlass des neuen Films über Anne Frank sei an die erste "Biografie" über Anne Frank erinnert, die in den achtziger Jahren im persona verlag erschien. Sie stammt von der niederländischen Autorin Mies Bouhyus:ANNE KITTY UND DIE BEIDEN PAULAS.

DIE STILLE UND DER WOLF von Elmar Schenkel wurde 2014 vom Hessischen Rundfunk zum Buch der Woche 44 gekürt! Begründung: "In den vielfältigen Essays geht es um das Sammeln und das Glück, um das Lesen von Märchen und das Wesen von Pfützen, um Wertpapiere oder Erinnerungen. Gedankenspiele, Sprachspiele, angelegt zwischen Tag und Traum, zwischen Augenzwinkern und Ernst ... Sie regen an zum Nachdenken, zum Weiterlesen, zum Widerspruch ... Alltagsphilosophie im besten Sinn des Wortes." (Sylvia Schwab, HR 2). Ralf Stiftel schreibt im Westfälischen Anzeiger: "Literarische Alchemie, die dem Alltäglichen das Weltumspannende und -erklärende abgewinnt." Und Maria Herlo lobt im Mannheimer Morgen: "Elmar Schenkel hat einen reichen, klugen und gut lesbaren Essayband über faszinierende Themen vorgelegt. Aufgrund seiner Struktur kann man ihn immer wieder hervorholen."

persona verlag goes YouTube! Die Schauspielerin BARBARA ZECHEL liest aus Nava Semels Roman UND DIE RATTE LACHT. Auch drei Erzählungen aus Philippe Delerms VORSICHT, DER TELLER IST HEISS! können Sie auf YouTube anschauen: Die Titelgeschichte "Vorsicht, der Teller ist heiß!", "Und das, war das keiner?" sowie "Ich bin's!".

Um den Fortbestand des Titels "Manja" von Anna Gmeyner zu sichern, hat der persona verlag dem Aufbau Verlag eine Lizenz des Romans MANJA verkauft. Wir freuen uns sehr und danken der tüchtigen Agentin Anoukh Foerg, die das eingefädelt hat. Auch eine niederländische Lizenz für den Verlag Cossee haben Anoukh Foerg und Aufbau zuwege gebracht, womit "Manja" an ihren Ursprungsort zurückkehrt: 1938 hatte Fritz Landshoff das Buch bei Querido in Amsterdam herausgebracht. Für persona ist es eine Art Abschied, auch wenn unsere Ausgabe noch fünf Jahre lang verkauft werden darf. MANJA ist nun erwachsen und geht in die Welt hinaus, was ein Buch ja tun soll ...

Der ungarische Regisseur Janos Szasz wird Nava Semels Roman UND DIE RATTE LACHT verfilmen! Über Nava Semel erschien ein langer Artikel in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN.

Eine lobende Rezension über VORSICHT, DER TELLER IST HEIß! von Philippe Delerm schrieb Harald Loch in der HNA: "Philippe Delerm ist einer der erfolgreichsten Autoren Frankreichs. Der Mannheimer persona verlag hat nun unter dem Titel Vorsicht, der Teller ist heiß! eine köstliche Sammlung seiner Phrasen für alle Lebenslagen (so der Untertitel) herausgegeben. Der Leser wird von der Ironie des 63-Jährigen, seiner Lebensweisheit, der Melancholie, der Schadenfreude und auch der Empathie mitgerissen. Die Geschichten sind genaue Beobachtungen kleiner, fast alltäglicher Freuden. Das eigentliche Wunder dieser Texte liegt aber in ihrer literarischen Qualität. Inhaltlich geht es ja um nicht weniger als das Banale im täglichen Erleben. In dem subtilen Gewand, das Delerm diesem Alltag maßgerecht anpasst, wird aus dem Alltag etwas Besonderes. (...) Amüsant und intelligent sind die kleinen Phrasen für alle Lebenslagen. Sie zeigen den Small-Talk-Hechten im Karpfenteich der Konversation unerbittlich die Rote Karte."

Der persona verlag startete mit inzwischen elf E-Books ins bibliophile E-Universum: Kamel Daoud, Philippe Delerm, Anna Gmeyner, Lili Körber, Rose Lagercrantz, Walter Mehring, Kirsti Paltto, Hazel Rosenstrauch, Nava Semel, Elmar Schenkel und Michail Sostschenko heißen die E-Pioniere.